Mitgliederversammlung der ARGE Ringen Rheinland-Pfalz in Bad Kreuznach
Die Ringer in Rheinland-Pfalz können sich nach wie vor über nationale und internationale Erfolge freuen, zwei Teams aus dem Land sind in der Ringer-Bundesliga vertreten und auch bei den derzeit laufenden Deutschen Meisterschaften gab es wieder Edelmetall für Athleten aus Rheinland-Pfalz. Dennoch haben die Ringer auch mit Problemen zu kämpfen, seien es die stagnierenden oder sinkenden Teilnehmerzahlen bei den Landesmeisterschaften oder die weniger werdenden Mannschaften in den unteren Ligen. All dies spielte auch bei der Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Ringen Rheinland-Pfalz in Bad Kreuznach eine Rolle.
„Ringen steht nach wie vor ganz oben, was den Sport in Rheinland-Pfalz angeht“, unterstrich dabei ARGE-Präsident Ludwig Schacker und verwies dabei auf die sportlichen Erfolge im vergangenen Jahr. Mit Denis Kudla vom VfK 07 Schifferstadt, 2014 immerhin Vize-Welt- und Vize-Europameister bei den Junioren, sei in Rheinland-Pfalz eins der größten deutschen Ringertalente zu Hause, betonte Schacker, der auch Präsident des Pfälzischen Ringerverbandes ist. Auch die Zusammenarbeit in der Regional- und der Oberliga mit dem Saarland habe sich nach Anfangsschwierigkeiten bewährt, ist er überzeugt. Und im vergangenen Jahr sei es den rheinland-pfälzischen Clubs gelungen, die saarländische Dominanz im ersten Jahr zu durchbrechen. Dabei bedauerte er, dass durch eine für ihn wenig nachvollziehbare Entscheidung des Deutschen Ringer-Bundes der Regionalliga-Meister ASV Mainz 88 II nicht in die 2. Bundesliga aufsteigen durfte.
Ludwig Schacker versäumte nicht, auch auf die negativen Entwicklungen im rheinland-pfälzischen Ringen hinzuweisen. Im vergangenen Jahr wurde erstmals eine Mannschaftsmeisterschaft der C7D-Jugend ausgetragen, die auf wenig Interesse stieß. In diesem Jahr musste sie bereits mangels Meldungen abgesagt werden. „Das ist schade“, so Schacker.
Ungewiss sei auch die Zukunft der Männer-Meisterschaften, an denen in diesem Jahr nur 50 Sportler aus Rheinland-Pfalz in zwei Stilarten teilnahmen. „Das ist beschämend für Rheinland-Pfalz“, meinte dazu Ringer-Urgestein Werner Schröter, der heutige Vizepräsident des Landessportbundes (LSB) Rheinland-Pfalz. Hier müsse man gemeinsam daran arbeiten, dass sich dies verbessere. Und auch Ludwig Schacker betonte, dass sich die ARGE überlegen müsse, wie es weiter gehen würde mit diesen Titelkämpfen. Ein Vorschlag war, die Männer-Meisterschaften mit den Jugend-Meisterschaften zusammenzulegen. Doch eine Entscheidung ist hier noch nicht gefallen.
Willi Heckmann, der Leistungssportreferent der ARGE Ringen Rheinland-Pfalz, verwies allerdings darauf, dass auch in früheren Jahren die Teilnehmerzahlen nicht besser gewesen seien. „Wir halten seit Jahren hier das Niveau, was Medaillen und auch Sportlerzahlen angeht“, betonte er. Es sei schade, dass es nicht gelinge, dies zu steigern, aber es gebe auch keinen Rückgang, machte Heckmann deutlich.
Neuer Finanzreferent der ARGE ist Gerhard Wafzig (Rieschweiler), der bereits Geschäftsführer und Jugendreferent der ARGE ist. Er wurde in Bad Kreuznach zum Nachfolger von Hans-Peter Bohr (Eckersweiler) gewählt, der aus gesundheitlichen Gründen zum Jahresende sein Amt zur Verfügung gestellt hatte. Gerhard Wafzig wurde auf der Mitgliederversammlung für seine Verdienste um den Ringersport mit der Goldenen Ehrennadel der ARGE ausgezeichnet. Neuer Klassenleiter für die Verbandsliga Rheinland-Pfalz ist der Sportreferent des Schwerathletikverbandes Rheinland, Jürgen Hoffmann (Illingen).
In Bad Kreuznach forderten einige Vereine ein stärkeres Mitspracherecht bei den Bestimmungen für die Ringer-Ligen. Hintergrund ist, dass durch die Kooperation mit dem Saarland die früher üblichen Vereinsvertretertagungen für die einzelnen Ligen nicht mehr stattfinden. Bei der ARGE-Sitzung wurde vereinbart, dass hier nochmals das Gespräch mit den Nachbarn aus dem Saarland stattfinden soll.
Der 1996 gegründeten ARGE Ringen Rheinland-Pfalz gehören derzeit 27 Vereine mit rund 3000 Mitgliedern aus den drei Landesverbänden Pfalz, Rheinhessen und Rheinland an. Seit 1996 ist Ludwig Schacker Präsident der ARGE.