Bundesligisten hatten die Nase vorn
Nur 66 Ringer bei den Rheinland-Pfalz-Meisterschaften der Aktiven in Koblenz
Auf ein geringes Interesse bei den Vereinen und Ringern stießen die Rheinland-Pfalz-Meisterschaften der Aktiven in Koblenz-Rübenach.
Am Rande dieser Meisterschaften wurde von der ARGE Ringen Rheinland-Pfalz auch der ASV Pirmasens als Meister der Ringer-Oberliga Rheinland-Pfalz in der Verbandsrunde 2010 geehrt. Auf dem beigefügten Foto (von links): ARGE-Präsident Ludwig Schacker, Micha Jeliazkov, der Vorsitzende und Trainer des ASV Pirmasens, mit dem Meisterpokal und ARGE-Sportreferent und Oberliga-Klassenleiter Thomas Ferdinand
Und dies trotz Pflichtbesetzung für die rheinland-pfälzischen Vereine, die sich nach der Ligenzugehörigkeit der Mannschaften richtet. Doch viele Clubs hatten nur zwei oder drei Sportler nach Koblenz geschickt. Die Ringer aus Mainz, Schifferstadt und von Gastgeber Metternich/Rübenach, machten allein die Hälfte aller Sportler aus. Insgesamt waren 15 Vereine mit Ringern in Koblenz-Rübenach vertreten.
„Das ist schon ziemlich enttäuschend“, meinte denn auch Ludwig Schacker (Thaleischweiler), der Präsident der ARGE Ringen Rheinland-Pfalz und auch Chef der pfälzischen Ringer. „Ich kann es mir nicht erklären, warum bei den Vereinen das Interesse an den Rheinland-Pfalz-Meisterschaften nur so gering ist“, so Schacker. Marion Pangsy (Koblenz), die Präsidentin des Schwerathletikverbandes Rheinland, war ebenfalls nicht zufrieden: „Wir müssen uns Gedanken machen, wie es uns gelingen kann, dass solche Meisterschaften wieder auf größeres Interesse stoßen.“ Eine Idee von ihr: Die Rheinland-Pfalz-Meisterschaften der Aktiven im nächsten Jahr offen auszuschreiben.
„Traurig und erschreckend“, so auch der Eindruck von Thomas Ferdinand (Großholbach), dem Sportreferenten der ARGE Ringen Rheinland-Pfalz. Ein schwacher Trost für ihn: „Immerhin gab es einige spannende und interessante Kämpfe. Und einige der Sportler, die hier in Rübenach waren, werden auch bei den kommenden Deutschen Meisterschaften eine Rolle spielen.“
Dazu gehören sicherlich auch Ringer der beiden rheinland-pfälzischen Bundesligisten VfK 07 Schifferstadt und ASV Mainz 88, die bei der Vereinswertung die Nase vorn hatten und auch die größten Teams bei den Rheinland-Pfalz-Meisterschaften in Koblenz stellten. Der Erstligist aus Mainz siegte bei den Freistilern, wo nur 28 Sportler am Start waren, der Zweitligist aus der Pfalz hatte bei den Klassikern die Nase vorn. Nimmt man die Gesamtwertung, so stellte der pfälzische Traditionsverein aus Schifferstadt wie schon in den vergangenen drei Jahren wiederum das erfolgreichste Team mit 66 Punkten und sechs Titelgewinnen.
Die Verantwortlichen in den drei rheinland-pfälzischen Verbänden Pfalz, Rheinhessen und Rheinland werden sich jedenfalls Gedanken machen müssen, wie die Zukunft solcher Titelkämpfe aussehen soll. Denn ansonsten könnte den Männer-Meisterschaften das gleiche Schicksal wie den Rheinland-Pfalz-Meisterschaften der Frauen und der weiblichen Jugend drohen. Die wurden in diesem Jahr aufgrund des geringen Interesses in den vergangenen Jahren erst gar nicht mehr ausgeschrieben.